SA 07.03.26 – UncensoRED: Chiara Coppola // Segue & Onkel Schere // HEIDIHOLE

Körper, Kunst und Widerstand zum Feministischen Kampftag

Einlass: 17:30 Uhr
Konzerte: ab 20:00 Uhr

Am 7. März, einen Tag vor dem Feministischen Kampftag, findet im Kulturbahnhof Lollar die Veranstaltung UncensoRED statt. Kunst, Musik und politische Beiträge kommen hier zusammen, um einen Raum für Austausch, Solidarität und feministische Perspektiven zu öffnen.

Die Veranstaltung richtet sich bewusst an alle: Feministische Kämpfe betreffen die gesamte Gesellschaft.

Im Zentrum der Veranstaltung steht die Auseinandersetzung mit Körperpolitik, Kontrolle und Tabuisierung. Noch immer werden bestimmte Körper stärker reguliert, bewertet oder unsichtbar gemacht als andere – sei es durch medizinische Normen, kulturelle Bilder oder gesellschaftliche Erwartungen. Diese Mechanismen betreffen nicht nur Geschlecht, sondern auch Klasse, Herkunft, Sexualität, Behinderung und Identität.

ROSSE ROSSE

Ein zentraler Bestandteil von UncensoRED ist die Fotoausstellung „Rosse Rosse“ der Künstlerin Chiara Coppola. Geboren 1991 in Neapel und heute in Paris lebend, arbeitet sie als visuelle Künstlerin an der Schnittstelle von Intimität, kultureller Identität und ökologischer Sensibilität. In einer experimentellen Praxis, die Fotografie, Linolschnitt, Video und Malerei verbindet, setzt sie persönliche Erfahrungen in Beziehung zu gesellschaftlichen Fragestellungen und hinterfragt etablierte Blickwinkel.

@chiaressa

Der Titel der Ausstellung ROSSE ROSSE – italienischer Superlativ für „sehr rot“ – verweist auf das Medium der Arbeit: Menstruationsblut. Während Blut in unserer visuellen Kultur allgegenwärtig ist, wird es im Zusammenhang mit Menstruation meist mit Scham, Ekel und Unsichtbarkeit belegt. Coppola nutzt bewusst die materiellen Eigenschaften dieses organischen Stoffes – seine Textur, Viskosität und intensive Farbe – um festgefahrene Zuschreibungen zu irritieren und zu hinterfragen.

Dabei geht es weder um eine Ästhetisierung noch um eine Idealisierung von Menstruation, und ausdrücklich nicht um eine Gleichsetzung von Frausein und Menstruation. Vielmehr wird Menstruationsblut als Beispiel gesellschaftlicher Kontrolle über Körper sichtbar: ein alltägliches, intimes und zugleich massiv tabuisiertes Material. Die Bilder zeigen Hautkontakt, Flecken, das Durchdringen von Stoffen und Oberflächen – direkt, unbequem und nicht versöhnlich. Sie laden dazu ein, den eigenen Blick zu überprüfen und gewohnte Abwehrreaktionen zu reflektieren.

Austausch

Ergänzt wird die Ausstellung durch einen Trialog sowie ein anschließendes Gespräch mit der Künstlerin, das bewusst offen und partizipativ angelegt ist. Das Thema – Körperpolitik und patriarchale Kontrolle – versteht sich nicht als abgeschlossener Diskurs, sondern als Einladung zum gemeinsamen Nachdenken. Unterschiedliche feministische Perspektiven sollen hier Raum bekommen, ohne Erklärzwang und ohne hierarchische Gesprächsstrukturen.

Musik als Ausdruck von Selbstbestimmung

Auch musikalisch steht UncensoRED für Widerstand und Selbstermächtigung.

Mit Segue & Onkel Schere feiert ein Hip-Hop-Duo die Premiere seines gemeinsamen Debütalbums Faycation. Was als nachbarschaftliche Bitte um einen Beat begann, entwickelte sich zu einem Manifest für Selbstbestimmung. Jazz, Lo-Fi und Boom Bap treffen auf 90er-inspirierte Scratches und reflektierte Texte über Mitgefühl, Gerechtigkeit und das Recht, sich selbst zu definieren.

Einen weiteren musikalischen Schwerpunkt setzt HEIDIHOLE. Drei Künstlerinnen wechseln zwischen Bass, Gitarre und Schlagzeug und verweben ihre individuellen Songs zu einem gemeinsamen, experimentellen Sound zwischen Indie, Alternative und Punk. Roh, düster und bewusst unbequem – Musik, die nicht glätten will, sondern Tiefe zulässt.

Körper, Kunst und Widerstand zum Feministischen Kampftag Einlass: 17:30 UhrKonzerte: ab 20:00 Uhr Am 7. März, einen Tag vor dem Feministischen Kampftag, findet im Kulturbahnhof Lollar die Veranstaltung UncensoRED statt. Kunst, Musik und politische Beiträge kommen hier zusammen, um einen Raum für Austausch, Solidarität und feministische Perspektiven zu öffnen. Die Veranstaltung richtet sich bewusst an…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert